Der Tango

Der Tango gehört zu den Standarttänzen und ist ursprünglich aus dem Tango Argentino um 1910 entstanden. In das Welttanzprogramm (WTP), welches Anfang der 1960er Jahre gegründet wurde, wurde der Tango offiziell im Jahr 1963 aufgenommen. Tango wurde in den 80er Jahren immer beliebter bei Tänzern aus den unterschiedlichsten Ländern.

6955720271_d6848b523a_bDie Musikpädagogin Nadia Boulanger erkannte bei einem ihrer Schüler, Astor Piazzolla, das Talent Tangomusik zu komponieren. Sie motivierte ihn dazu, sich ausschließlich auf die Tangomusik zu konzentrieren. Durch die Tangomusik des 1921 geborenen Astor Piazzolla erreichte der Tango große Beliebtheit. Jedoch wurde der Tango als Fälschung von Tango Argentino bezeichnet. Daraufhin nahmen immer mehr Tanzschulen den Tango Argentino in ihr Repertoir auf und lösten dadurch den internationalen Tango ab. Dies war allerdings kein Grund für den Weltfachverband, welcher das Welttanzprogramm gegründet hatte, den Tango aus dem WTP zu streichen, da dieser Standarttanz als Turniertanz festgeschrieben war.

Standarttänze werden in der Regel schwungvoll getanzt. Nicht aber der Tango. Dieser wird schreitend getanzt, ohne Heben und Senken. Die Vorwärtsschritte erfolgen zum größten Teil aus der Ferse heraus. Der Tango wird im 2/4 Takt getanzt. Die Tangomusik wird mit einem Schlagzeug gespielt. Damit werden kurze Trommelwirbel gespielt, welche die Musik “hart” und “aggressiv” erklingen lassen. Die Tanzdauer des Tango wird bei Turniertänzen nicht vorgeschrieben, sowie das Tragen einer Tanzkleidung bei Hobbytänzern.

Der Tango hat festgelegte Figuren und wird leidenschaftlich und “aggressiv” getanzt, wohingegen der Tango Argentino “zärtlich” getanzt wird und die meisten Tanzschritte neu erfunden und improvisiert werden. Beim Tango führt der Herr die Damen mit seinem Brustkorb und Becken. Der Tango wird mit langsamen und schnellen Schritten im Wechsel und ruckartigen Kopfdrehungen getanzt, während die Oberkörper in ruhiger Position gehalten werden.

„Das Geheimnis des Tangos liegt in diesem Moment der Improvisation, es passiert zwischen Schritt und Schritt. Es macht das Unmögliche möglich: Man tanzt Stille.“ – Carlos Eduardo Gavito (April 27, 1942 – July 1, 2005), argentinischer Tänzer.

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